Südnorwegen

Haben wir auch nichts vergessen? Genügend Lebensmittel, Tauch- und Fotoequipment (ohne Gewichtsbegrenzung), Kleidung, Geld und EC-Karte, Fährticket? Ja, alles dabei. So ging es morgens um 04.30 Uhr mit voll beladenem Auto Richtung Norwegen. Von Hamburg quer durch Dänemark zum Fähranleger Hirtshals in 5 ½ Stunden. Von dort mit der Schnellfähre in 3 Stunden über den Skagerrak bis Kristiansand. In Norwegen mit dem Auto noch eine halbe Stunde bis Skottevik FerieSenters.

Dort angekommen wurden wir von Klaus in Empfang genommen. Klaus ist die gute Seele des Skottevik FerieSenters (www.skottevik.no) und kümmert sich um alle Belange der Gäste. Er wies uns die vorreservierten Appartements ein und informierte über die Abläufe der weitläufigen Anlage. Am Abend kam Tom, der norwegische Basisleiter. Er gab uns ein ausführliches Briefing über die Basis, Lagerung des eigenen Equipments in den abschließbaren Räumen der Basis und den Tauchbetrieb. Tauchplatzkarten und Beschreibungen von den Wracks können in der Basis eingesehen werden.

Unsere Appartements befinden sich direkt am Wasser neben der Tauchbasis in typisch südnorwegischen Holzhäusern. Sie verfügen über zwei bis drei Schlafzimmer und können mit vier bis sechs Personen belegt werden. Die weitere Ausstattung: Duschbad, Wohn-, Esszimmer, TV, offene Küche.

In dem Hof, vor den Häusern, stehen Grillplätze für jeden zur Verfügung.

Am nächsten Morgen trafen wir uns um 10.00 Uhr an der Tauchbasis im FerieSenters. Wir wollten das Haus Riff erkunden. Anziehen, Sprung ins Wasser, abtauchen. Auf einer Tiefe von 8 Metern, auf dem sandigen Untergrund tummelten sich massenweise verschiedene Arten von Plattfischen und Grundeln. Wir tauchten über diesen und fühlten uns dabei von sehr vielen Fischaugen aus dem Sand beobachtet. Es ging weiter entlang einer schönen, mit Kelb und Braunalgen bewachsenen Felswand, Die Algenwälder wiegen sich in der leichten Strömung hin und her. Dazwischen befinden sich Seesterne, Seenadeln, Taschenkrebse und Nacktschnecken.

Das Haus Riff liegt geschützt in einer Schäre und bietet Tiefen von 4 Metern (Seegraswiese) bis ca. 17 Meter an der Außenkante. Während mehrerer Tauchgänge sahen wir Schwärme von Makrelen, viele kleine Seeskorpione, Kuckucksfische, Pollack, Heilbutt und Dorsch.

Nach dem Tauchgang entstiegen wir den Fluten über eine Leiter. Hier an der Basis befindet sich eine Dusche zum bequemen Abspülen. Für ABC, Fotoausrüstung und Lungenautomaten stehen separate Behältnisse zum Spülen bereit.

Tom (www.kdykk.no) bietet regelmäßige Ausfahrten mit seinen zwei starken angetriebenen Tauchboot Motoren an und erreicht zügig, Tauchplätze für die „Naturfreunde“. Für die Wrack-Freunde werden z. B. die Wracks „Mosel“, „Gudrun“, „Tom B.“ und „Seattle“ angefahren.

Wir haben uns für das Wracktauchen vom Land aus entschieden. Nach einer 45-minütigen Autofahrt zum Flughafen Kyevik kamen wir am Tauchplatz an. Dieser Platz ist nicht ausgeschildert und schwer zu finden. Informationen zum Wrack und die Wegbeschreibung haben wir in der Tauchbasis erhalten. An diesem Tauchplatz haben wir das Flugboot Dornier DO24 betaucht.

Dieses deutsche Flugboot hatte ursprünglich eine Flügelspannweite von 27, eine Länge von 22 und eine Höhe von 6 Metern. Es hat den Flughafen nicht erreicht, weil es von britischen Flugzeugen am 22.04.1945 versenkt wurde. Dabei zerbrach es in vier Teile. Diese befinden sich in 25 – 32 Metern Tiefe. Das Wrack ist durch eine Boje markiert, ca. 60 Meter vom Ufer entfernt.

Dort angekommen tauchten wir am Referenzseil auf 32 Meter ab. Geplant war, alle vier Teile zu betauchen. Da diese nicht in Sichtweite voneinander entfernt liegen, hatten wir die Koordinaten vorher auf Schreibtafeln notiert. Wir sahen zwei von drei gut erhaltene Neun-Zylinder-Sternmotoren. Weiter ging es zur Flugzeugkanzel mit einer Vorrichtung für einen MG-Schützen. Der dritte Teil bestand aus einem Flügelende, zuletzt erreichten wir einen weiteren Flügelteil mit dem dritten Sternmotor. Von dort gelangten wir zur Steilwand, an der wir austauchten und unseren 45-minütigen Tauchgang beendeten.

Wer nicht tauchen möchte hat viele Ausflugsmöglichkeiten. Hier nur einige Tipps: Paddeln in der Schärenlandschaft oder über die Felsen entlang der Küste wandern (die des FerieSenters ist ca. 2 Km lang). Kristiansand, Norwegens sechstgrößte Stadt, mit schönen Hafenanlagen, Fußgängerzonen, großem Fischmarkt und die Festung ist 24 Km entfernt. Noch einige Kilometer weiter liegt das Kanonenmuseum mit der zweitgrößten Kanone der Welt.

Fazit nach einer Urlaubswoche:

Skottevik hat viel zu bieten. Sehr schöne Landschaft, interessante Tauchplätze, sportliche Aktivitäten, Erholung und Entspannung und vieles mehr.

Olaf Rieckhoff

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